Die Historie der IFFHS
Der Gründung der IFFHS ging eine mehrjährige Vorbereitung voraus, wobei es galt, den damals noch vorhandenen „Eisernen Vorhang“, der Europa in Ost und West trennte, zu überwinden, die Ziele sowie auch die Art und Weise des Vorgehens zu definieren. Initiator und federführend war von Beginn an Dr. Alfredo Pöge. Er wandte sich an den damaligen FIFA- Generalsekretär Dr. Helmut Käser, der ein sehr kluger und weitsichtiger Mann war. Dr. Käser war von der Idee der Gründung einer solchen internationalen Föderation und ihren Zielen begeistert und gab moralischen Zuspruch. Er bat jedoch darum, nicht übereilt zu handeln und machte darauf aufmerksam, daß eine solche internationaler Föderation eine mehrjährige Vorarbeit benötige und sich im ersten Jahrzehnt ihrer Exeistenz auch heftigen Attacken von verschiedenen Seiten in einzelnen Ländern ausgesetzt sehen werde.

Dr. Alfredo Pöge
Foto: IFFHS

Dr. Helmut Käser
Foto: IFFHS
Nachdem die FIFA "grünes Licht" für eine solche internationale Föderation gab, wurden die Vorbereitungen systematisch fortgesetzt und vor allem mit Fachjournalisten aus etwa 15 Ländern intensiv diskutiert, nach welchen Kriterien die Historie des Weltfussballs erarbeitet und dokumentiert werden sollte, ob ein chronologisches Vorgehen erforderlich sei und ob dies mit wissenschaftlicher Akribie erfolgen müsse. Dies erforderte wiederum viel Zeit, denn eine unlogische und fehlerhafte Basis hätte das Projekt bereits nach kurzer Zeit zum Scheitern gebracht. Zu jener Zeit gab es noch kein Internet und die Briefe waren oft wochenlang unterwegs und persönliche Kontakte nicht jeden Monat möglich. So kam es erst am 27. März 1984 in Leipzig zur Gründung der „International Federation of Football History & Statistics“ (IFFHS).

Dr. Alfredo Pöge, Kåre M.Torgrimsen (Norge)
Foto: IFFHS

L. t. r. Aleksandar Konstantinović (Jugoslavija), John Idorn (Danmark) - the first vice-presidents, who drew back soon.
Foto. IFFHS
Während der letzten Zeit vor und in den ersten Jahren nach der Gründung gab der international bekannte dänische Rechtswissenschaftler im Sport, Prof. Dr. Lauridsen, der IFFHS juristischen Beistand. Auch erfolgte die Eintragung der IFFHS im königlich-dänischen Staatsbüro, da das dänische Recht zu jener Zeit im Gegensatz zum deutschen Recht in Ost und West weltweit anerkannt war. Die Wahl von Dr. Alfredo Pöge als ersten Präsidenten der IFFHS führte in der DDR zu gewaltigen Turbulenzen, zumal er als Abteilungsleiter einer großen Universitätsklinik und anerkannter Fachmann auf dem Gebiet der Laboratoriumsdiagnostik und klinischen Chemie von der Universität und Stadt Leipzig Rückendeckung erhielt. Letztlich aber führte alles nach dramatischen Auseinandersetzungen mit dem Ostberliner Regime (Sportführung und Staatssicherheit) dazu, daß Dr. Alfredo Pöge vom damaligen Staatschef der DDR (Deutsche Demokratische Republik), Erich Honecker, zur „Persona non grata“ erkärt wurde. Dies führte wiederum im Juni 1985 zur Umsiedlung seiner Familie und der IFFHS von Leipzig nach Wiesbaden.

Dr. Alfredo Pöge in his home town Leipzig.
Foto: IFFHS
Die Mitglieder der IFFHS in den einzelnen Ländern hatten inzwischen begonnen, nach den fixierten Kriterien die jeweils nationale Fussball-Historie einschließlich der Wettbewerbe zu erarbeiten. Dies erforderte jahrelange, intensive Bemühungen, denn was in den jeweiligen Fussballbüchern und Sportzeitschriften publiziert war, reichte bei weitem nicht aus. Es waren detailiertere und authentische Daten und Informationen erforderlich. Dies führte auch dazu, daß nicht wenige Mitglieder überfordert waren, aufgaben und durch versiertere Landsleute ersetzt werden mußten. Dennoch wuchs die Zahl der Länder, die in der IFFHS vertreten waren, kontinuierlich.
Ein anderes Problem war, wie sollte die erarbeitete Fussball-Historie veröffentlicht werden. Die IFFHS strebte eine Fachzeitschrift an und erhielt dazu von einem Düsseldorfer Privatunternehmen eine Starthilfe, wurde dabei aber in ein Format und eine Richtung gedrängt, die der IFFHS Sorgen bereitete. Dennoch fanden die ersten Ausgaben im deutschsprachigen Raum inhaltliche Anerkennung und teils Bewunderung. Doch ohne die erforderliche Werbung war in Mitteleuropa eine solches Magazin nicht aufrecht zu erhalten. Die Düsseldorfer zogen sich zurück und hinterließen der IFFHS die daraus entstandenen Probleme.
So sah sich die IFFHS gezwungen, die Publikationen zu vereinfachen, ihren ursprünglich beabsichtigten Vorstellungen anzugleichen und auf der Basis einer zunehmend unentgeltlichen Manuskript-Erstellungen fortzusetzen. Trotz der den normalen Fussballjournalismus weit übertreffenden Anforderungen stieg die Zahl der Experten, die in der IFFHS mitarbeiteten weiter und so waren Ende 1987 bereits Experten aus fast 50 Ländern aller Kontinente vertreten.
Dr. Alfredo Pöge hatte 1987 die Idee, alljährlich den weltbesten Torhüter zu wählen, wobei jedes Land nur eine Wahlstimme erhielt. Der Sportartikel-Hersteller „uhlsport“ fand die Idee gut und wurde für viele Jahre der Partner und Sponsor dieser alljährlichen Weltehrung. Analog vermochte der IFFHS-Präsident die Firma „allzweck-sportartikel“ als Partner und Sponsor für die ebenfalls von ihm vorgeschlagene alljährliche Wahl und Ehrung des weltbesten Referees zu gewinnen. Beide Weltwahlen und Ehrungen waren von Beginn an ein Erfolg und werden noch heute von der IFFHS, allerdings ohne Sponsoren, durchgeführt und sind längst weltweit zu einem Begriff geworden.
Dr. Alfredo Pöge hatte 1988 die Idee, eine offizielle Wahl des alljährlich weltbesten Fussballers durchzuführen, auf der Basis der jeweils Wochen zuvor erfolgten Wahlen der kontinentalen Fussballer des Jahres. Dazu war die Schaffung der Wahl von Asiens Fussballer des Jahres und Ozeaniens Fussballer des Jahres erforderlich, die es zu jener Zeit noch nicht gab. Der IFFHS gelang es diese Wahlen in Asien und Ozeanien kurzfristig zu realisieren. In den anderen Erdteilen existierte eine solche Kontinent-Wahl bereits. Die erstplazierten Akteure der einzelnen Kontinente (unterschiedlich viel) waren die Kanditaten für die Weltwahl, die durch Fachredaktionen unter Einbeziehung von Trainern erfolgten. Dem IFFHS-Präsidenten gelang es, den Sportartikel-Gigant „adidas“ als Partner und Sponsor für diese Idee zu gewinnen. So führte die IFFHS diese drei erwähnten Wahlen Ende 1988 bzw. Anfang 1989 erstmals durch.
Auch hatte Dr. Alfredo Pöge die Idee, diese und andere Ehrungen in einer alljährlichen World Football Gala vorzunehmen. Er fand in dem deutschen TV-Sender RTL plus ein offenes Ohr und in „adidas“ eine großzügige Unterstützung. So wurde der Weltfussballer der Jahre 1989 und 1990 mit tatkräftiger Hilfe von adidas in Live-Sendungen in Form einer großen Gala in Köln und Bonn geehrt. Zudem gab es einige andere Ehrungen von seiten „adidas“. Der anwesende damalige FIFA-Generalsekretär „Sepp“ Blatter war von der Idee und Gala so begeistert, daß die FIFA ab dem folgenden Jahr mit „adidas“ die Wahl und Ehrung des weltbesten Spielers unter der Bezeichnung „FIFA Player“ übernahm und fortführte.

Joseph “Sepp“ Blatter
Foto: Johannes Kösegi
Die Wahl von Asiens Fussballer des Jahres und Ozeaniens Fussballer des Jahres wurde weiterhin von der IFFHS durchgeführt, bis sich die kontinentalen Föderationen AFC und OFC auf diesem Sektor weiterentwickelt hatten. Auf Empfehlung der FIFA übergab die IFFHS diese beiden alljährlichen kontinentalen Wahlen dann der AFC bzw. OFC. Außerdem unterstützten IFFHS-Vertreter in Ozeanien die OFC weiterhin bei dieser kontinentalen Wahl.
1990 hatte Dr. Alfredo Pöge auch die Idee, eine aktuelle Club-Weltrangliste monatlich zu erstellen und diskutierte mit IFFHS-Mitglieder in verschiedenen Kontinenten über seine Vorstellungen und erforderlichen Kriterien sowie ihrer Ermittlung. Wichtig war, daß stets nur die Resultate der letzten 12 Monate berücksichtigt werden, da die stetige Spielerfluktuation einen großen Einfluß auf die Spielstärke der einzelnen Teams hat. Auch mußte das Berechnungssystem so aufgebaut sein, daß am Jahresende ein Verein aus Europa und Südamerika punktgleich die Rangliste anführen müßten, vorausgesetzt, beide würden all ihre Spiele gewinnen. Auch wurden nur Club-Wettbewerbe berücksichtigt, die international von der FIFA und ihren sechs kontinentalen Konföderationen und national von den Fussballverbänden (maximal zwei pro Land) ausgespielt wurden. Mit finanzieller Unterstützung von „Bild am Sonntag“ wurde in den ersten zwei Jahren ab 1991 die Club-Weltrangliste mit großem Aufwand monatlich erstellt, millionenfach publiziert und fand zunehmend weltweites Interesse. Bereits nach wenigen Jahren war sie die meistpublizierte Rangliste im Sport.
Die IFFHS hatte sich auch intensiv mit der Erstellung einer aktuellen Nationen-Rangliste beschäftigt und intern verschiedene Modelle diskutiert, die sich primär auf die Resultate der Nationalteams stützten. Letztlich verwarf dies die IFFHS, da die Nationalteams zu wenig und gravierend unterschiedlich viel Länderspiele bestritten. Bei einem Gespräch im „FIFA-House“ in Zürich fragte der FIFA-Generalsekretär „Sepp“ Blatter nach diesem Projekt. Als Dr. Alfredo Pöge ihm mitteilte, daß die IFFHS daran nicht interessiert sei, nahm sich die FIFA dieser komplizierten Materie an und publizierte ab folgendem Jahr die Rangliste der Nationalteams monatlich.

L. t. r. Jørgen Nielsen (Vice-President/Danmark), Dr. Alfredo Pöge (President), Jean Norbert Fraiponts (Vice-President/Belgique) - since 18 years the leading trio.
Foto: IFFHS
Übrigens wurden die 1999 neu verfaßten Statuten der IFFHS von der Rechtsabteilung der FIFA überprüft und enthalten u.a. folgende Paragraphen:
Gründung:
Die "International Federation of Football History & Statistics" (IFFHS) wurde am 27. März 1984 in Leipzig gegründet und ist im königlich-dänischen Staatsbüro registriert. Der Verfolg des statutarischen Zweckes der IFFHS geschieht nach Massgabe der jeweils gültigen FIFA-Statuten.
Ziel:
Die IFFHS ist um eine chronologische Dokumentation des internationalen Fussballs auf wissenschaftlicher Basis sowie um die authentischen Weltrekorde in allen Belangen des Fussballs bemüht. Aufgrund ihrer universellen Voraussetzungen führt die IFFHS auch alljährlich globale Wahlen und Bestenermittlungen durch.
Charakter:
Die IFFHS akzeptiert keine politischen, militärischen, religiösen, ethnischen und nationalen Einflüsse und orientiert sich diesbezüglich an der FIFA und UNO.
FIFA/IFFHS:
Die Tätigkeit der IFFHS steht im Einklang mit den Bemühungen und Richtlinien der FIFA um die statistische Abbildung des Weltfussballs. Die IFFHS ist um einen regelmäßigen, informellen, fachlichen Informationsaustausch zum obengenannten Zweck bemüht. Damit sollen allgemeine und spezifische Aspekte abgedeckt sowie eine Abstimmung aller Inhalte, die für beide Seiten gleichermaßen relevant sind, erreicht werden.
Es gibt auch im Arbeitsbereich der IFFHS sportjuristische und fachliche Aspekte, in denen eine Abstimmung zwischen der FIFA und IFFHS unumgänglich ist oder in denen die IFFHS die FIFA um einen Rat bittet. Andererseits ist die Zusammenarbeit auch so vertrauenswürdig, daß die FIFA gelegentlich die IFFHS um ihre fachliche Meinung fragt oder die IFFHS Ideen an die FIFA weiterleitet, mit denen sich dann die zuständigen Gremien beschäftigen. Aber dies alles ist ganz normal und selbstverständlich, wenn etwas wissenschaftlich Fundamentiertes, Authentisches und Dauerhaftes geschaffen werden soll.
Doch zurück: Seit 1991 führt die IFFHS auf Vorschlag von Dr. Alfredo Pöge die alljährliche Ermittlung und Ehrung des „Welt-Torjägers“ durch, wobei nur die Tore der A-Länderspiele, der olympischen Endrundenspiele, der FIFA-Auswahlspiele sowie der kontinentalen und interkontinentalen Clubwettbewerbe im Kalenderjahr erfaßt werden. Seit 1997 ermittelt die IFFHS auf Vorschlag ihres Präsidenten auch den alljährlich weltbesten Erst-Liga-Torschützen der 50 Top-Ligen aus allen Kontinenten, der logischerweise nur nach erzielten Toren ermittelt wird. Diese 50 Top-Ligen werden alljährlich aus der vorangegangenen Club-Weltrangliste ermittelt.
Auf Vorschlag von Dr. Alfredo Pöge führt die IFFHS seit 1996 auch die alljährliche Wahl des weltbesten Trainers durch, nicht nur anhand einer Kandidatenliste. Dies erfolgt getrennt in zwei Kategorien, für Nationaltrainer und Clubtrainer, da die Interessen und Aufgaben beider Kategorien mehr und mehr auseinandertriften.

Gerhard “Gerd“ Müller (Deutschland), Dr.Alfredo Pöge
Foto: IFFHS

Michel Vautrot (France), Jean Norbert Fraiponts (Belgique)
Foto: IFFHS
Der IFFHS Präsident hatte sich auch erfolgreich um eine Wiederbelebung der World Football Gala bemüht, die dann 1997 in München stattfand. Im größeren Stil fand diese dann in den folgenden vier Jahren in Rotenburg an der Fulda in Hessen mit tatkräftiger Unterstützung des MEIROTEL-Imperiums statt. Eine besondere Bedeutung hatte die World Football Gala in den Jahren 1999 und 2000.

Hugo Sánchez (México), Jørgen Nielsen (Danmark)
Foto: IFFHS

Ferenc Szusza (Magyaroszág), Sándor Szabó (IFFHS/Magyarország)
Foto: IFFHS

Dr. Alfredo Pöge, Ferenc Puskás (Magyarország)
Foto: IFFHS
Die IFFHS hatte 1999 in mehreren Stufen mit unglaublichem Aufwand (unter Einbeziehung von mehreren hundert Fachredaktionen) die offiziellen Wahlen der Spieler, Torhüter und Spielerinnen des Jahrhunderts der sechs Fussballkontinente durchgeführt, eingeladen und geehrt, in Anwesenheit mehrerer Mitglieder des Exekutiv-Kommitees der FIFA. Die Juroren kamen dabei jeweils nur aus dem eigenen Kontinent und die insgesamt 18 kontinentalen Wahlen fanden weltweit ein enormes Interesse. Im folgenden Jahr erfolgte dann aus einer sich daraus ergebenden Kandidaten-Liste durch eine globale Jury die Wahl des Welt-Fussballers, des Welt-Torhüters und der Welt-Fussballerin des Jahrhunderts, die analog geehrt wurden. Die Resultate all dieser Wahlen sind in dieser Website nachzulesen.
In jenen Jahren, in denen es keine World Football Gala gab, erfolgten die Ehrungen meist im Land des zu Ehrenden. Dabei erhielt die IFFHS durch die Vereine, nationalen Fussballverbände, Fernsehsender, Botschaften und Regierungen in dankenswerter Art und Weise Unterstützung. Auch war stets das Interesse der nationalen Medien bemerkenswert. Daß die Akteure und Vereine, die eine Welt-Ehrung erhielten, stolz waren und dies ihre Position bei der Vermarktung erheblich verbesserte, ist natürlich. All dies spricht aber auch für das seriöse und fachliche Vorgehen und die absolut neutrale Haltung der IFFHS.

L. t. r. Robert Ley (IFFHS/France), Javier Clemente (España), Dr. Alfredo Pöge, José Luis Chilavert (Paraguay).
Foto: IFFHS

John van den Elsen (IFFHS/Nederland), Eusébio (Portugal)
Foto: IFFHS
Ende der 1980er Jahre führte die IFFHS auf Vorschlag von Dr.Alfredo Pöge die alljährliche Wahl von „Deutschlands Trainer des Jahres“ und „Deutschlands Torhüter des Jahres“ ein, bei denen Ex-Nationalspieler bzw. die Bundesliga- und Auswahltrainer die Juroren waren. Diese beiden Wahlen erweckten von Beginn an großes Medieninteresse. Nachdem die FIFA zu Beginn des neuen Jahrtausends der IFFHS empfahl, sich auf die globalen Belange zu konzentrieren, übergab die IFFHS auf Wunsch des DFB (Deutscher Fussball-Bund) dem „Kicker-Sportmagazin“ (Nürnberg) diese beiden nationalen Wahlen.

L. t. r. Julio Héctor Macías (IFFHS/Argentina), Franz Beckenbauer (Deutschland), Clóvis Martins da Silva Filho (IFFHS/Brasil).
Foto: IFFHS

Jørgen Nielsen (IFFHS/Danmark), Zico (Brasil), Edward „Ted“ Simmons (IFFHS/Australia)
Foto: IFFHS
Mit ihren Publikationen von hundert Magazinen und 15 Büchern hat die IFFHS europaweit teils neue Maßstäbe gesetzt und u.a. nationale Sportzeitungen inspiriert, ihre Beiträge fundamentierter und mit statistischen Angaben zu verfassen. Dies ist, gemessen am Schrifttum der Naturwissenschaften und ihrer unmittelbaren Tochterwissenschaften ein erster Schritt der nationalen Sportzeitschriften in die richtige Richtung. Daß die authentischen Dokumentationen der IFFHS langjährige Behauptungen von selbstherrlichen Sportzeitungen und Jahrbüchern oder Haus- und Hofberichtserstattern indirekt als unwahr entlarvt, ist unvermeidlich. Dies brachte nicht selten auch Ärger mit sich, doch die IFFHS blieb ihrer Linie treu. Durch die Präsenz der IFFHS im Internet hat sich dies jedoch grundlegend verändert.

Dr. Alfredo Pöge, Gordon Banks (England) and his German wife.
Foto: IFFHS

IFFHS Executive Committee members: l. t. r. Carlos F. Ramírez (México), Jean Norbert Fraiponts (Belgique), Robert Ley (France), Julio Héctor Macías (Argentina), Jørgen Nielsen (Danmark), Edward Simmons (Australia), Clóvis Martins da Silva Filho (Brasil).
Foto: IFFHS
Leider mußte die IFFHS immer wieder herbe Nackenschläge auf ökonomischem Gebiet hinnehmen, da innerhalb eines Jahrzehntes mehrere Partner und Sponsoren der IFFHS trotz ihrer teils gigantischen Größe in Insolvenz gingen und die IFFHS mit den daraus resultierenden Problemen stehen gelassen wurde. Die daraus entstehenden Schwierigkeiten konnten teils nur mit großen persönlichen Opfern von einigen Mitgliedern des Exekutiv-Kommitees der IFFHS und deren Freunden bewältigt werden. Dennoch haben alle Mitglieder der IFFHS in vorbildlicher Art und Weise ehrenamtlich ihre Mitarbeit fortgesetzt. Schon vor der Jahrtausendwende waren in der IFFHS etwa hundert Länder integriert.
Die IFFHS hatte nach 15 Jahren harter und aufopferungsvoller Arbeit eine weltweite Anerkennung erworben und immer mehr Sportjournalisten und Medien erkannten, daß die IFFHS kein Kontrahent, sondern eine Föderation ist, von der man weltweit profitieren kann, die authentische Daten und Informationen erarbeitet sowie Rekorde ermittelt, die der eigenen Arbeit förderlich sind. Nicht zuletzt hat das neue Medium Internet dazu beigetragen. Anfangs erhielt die IFFHS eine solche Möglichkeit durch das öffentlich-rechtliche ZDF, Europas größtem Fernsehsender, später durch eine eigene Website mit Unterstützung des BV Borussia Dortmund.

Robert Ley (IFFHS/France), George Weah (Liberia)
Foto: IFFHS

L. t. r. Julio Héctor Macías (IFFHS/Argentina), Antonio Carbajal (México), Carlos F. Ramírez (IFFHS/México)
Foto: IFFHS
Um weltweit allen Sportjournalisten, Vereinen, Verbänden, Fans, Interessenten etc. eine größere Einsicht in die Tätigkeit und vor allem Resultate der IFFHS zu geben, war der Ausbau der Website der IFFHS und ihre Konzentration auf diese Publikationsform erforderlich. Auch erwies sich die totale dezentralisierte Arbeitsweise der IFFHS als richtig, da jeder nur in seinem eigenen Land die Nachforschungen anstellen kann und die Quellen oft erst nach zeit- und kostenaufwendigen Bemühungen zu finden sind, da in den Publikationen im Internet, aktuellen Sportzeitungen und Jahrbüchern oft keine authentischen Angaben und ungenügende Informationen enthalten sind, die Jahrzehnte oder gar ein halbes oder ganzes Jahrhundert zurückliegen.
Mit dem Internetpartner „7DC“ (Seven Dead Cats) konnte ein Ausbau der 4-sprachigen Website (http://www.IFFHS.de) erfolgen und 2005 eine totale Rekonstruktion sowohl aus technischer wie inhaltlicher Sicht erfolgen. Dies geschah auch aus der Sicht der permanent unter Zeitdruck leidenden Sportjournalisten, die schnell zu den gewünschten Informationen gelangen möchten. Die in jeder Beziehung weitsichtig angelegte Website wird kontinuierlich ausgebaut und in chronologischer Form mit authentischem Inhalt unter Beibehaltung des Niveaus gefüllt. So kann die ganze Welt davon profitieren und die IFFHS kommt ihrer ureigenen Aufgabe langsam näher.

L. t. r. Dr.Alfredo Pöge, Julio Héctor Macías (Argentina), Jørgen Nielsen (Danmark).
Foto: IFFHS

L. t. r. José del Olmo (IFFHS/España), Carlos F.Ramírez (IFFHS/México), “Johan“ Cruijff (Nederland), Dr.Alfredo Pöge, “Ted“ Simmons (IFFHS/Australia).
Foto: IFFHS
Nicht wenige Mitglieder des Executive Committee sind aktive Fussballer gewesen. Dr. Alfredo Pöge, der 30 Jahre im Amateurbereich als Torjäger aktiv Fussball gespielt hat, führt die inzwischen 200 IFFHS-Mitglieder aus etwa 120 Ländern und zeigt Verständnis für den unterschiedlichen Entwicklungsstand in den einzelnen Regionen der Welt. Schließlich führten besondere Umstände dazu, daß er schon frühzeitig mit der Fussball-Literatur in Kontakt kam und Möglichkeiten hatte, dieses Wissen international über das 20. Jahrhundert auszubauen. Er strebt nach Perfektionismus, lehnt unlogisches Aktionen radikal ab und hält an dem Grundsatz fest, je tiefer man in die Materie eindringt, desto weniger weiß man. Er sieht sich, obgleich er der Ideengeber war und ist, nur als einen Teil der IFFHS und lehnt jeglichen Personenkult ab. Die tägliche Arbeit für die IFFHS hält er für wichtiger als Interviews zu geben. Nicht wenige betrachten „Dr. Don Alfredo“ als Europas letzten Idealisten, doch unter seiner organisatorischen und fachlichen Führung hat sich die IFFHS zu dem entwickelt, was sie heute ist. Bei etwas finanzieller Unterstützung wäre die IFFHS jedoch schon viel weiter und die Fussballwelt könnte schon mehr von ihr profitieren.
IFFHS Executive Committee

Robert Ley (IFFHS/France), Carlos Bianchi (Argentina)
Foto: IFFHS

IFFHS Executive Committee with Presenter Monika Fasnacht (Switzerland): L. t. r. José del Olmo (España), Robert Ley (France/behind), Carlos F. Ramírez (México), Julio Héctor Macías (Argentina), Edward Simmons (Australia), unknown person, Monika, Jørgen Nielsen (Danmark), Dr. Alfredo Pöge, Takeo Goto (Japan), Jean Norbert Fraiponts (Belgique). Missing: Colin Jose (Canada/fear of flying), Yeorgios Kusunelos (Hellas), Sándor Szabó (Magyarország) and Ian Garland (England) - because of illness and other obligations.
Foto: IFFHS
Exekutiv-Komitee der IFFHS
Fortsetzung - Dezember 2006
Viel länger als ein Jahrzehnt haben Mitglieder der IFFHS mit großer Leidenschaft und aufopferungsvoller Arbeit versucht, die Fussball-Historie des 19. Jahrhunderts weltweit nach bestimmten Kriterien zu eruieren, vor allem betreffs der A-Länderspiele, der nationalen Meisterschaften und nationalen Pokalwettbewerbe. Dabei galt es nicht nur die damaligen Sportberichte in den Zeitungen, Jahresberichten und Büchern sowie später erschienene Vereinsbücher und Broschüren zu durchforsten, sondern auch mit behördlicher Unterstützung Geburtsdatum, Aufenthaltsorte, Verwandtschaftgrad etc. von Akteuren während des 19. Jahrhunderts zu ermitteln. In Großbritannien wurden im Fussball in der Regel keine Vornamen publiziert, maximal die Initialen der Vornamen und von sehr bekannten Spielern eine Kurzform oder Spitznamen des Vornamens, die aber nicht immer auf den richtigen Vornamen schließen läßt. Hinzu kommt, daß es in einigen Länder grundsätzlich keine polizeilichen Registrierungen gab.
Dieses Vorgehen ermöglichte einerseits der IFFHS, eine authentische Dokumentation in ihrer Website anzubieten, andererseits war damit eine Basis geschaffen, auf der die verschiedensten Rekordentwicklungen und Weltrekorde ermittelt werden können. Ohne ein richtiges Fundament ist nichts dauerhaft haltbar, auch nicht, wenn man es millionenfach druckt. In den letzten 13 Monaten hat die IFFHS die Fussball-Historie des 19. Jahrhunderts in einer konstanten Art und Weise für jedes Land und jede Saison in dieser Webseite mit vielen hundert historischen Fotos publiziert und bezüglich der Länderspiele (55), der Landesmeisterschaften (28) und nationalen Pokalwettbewerbe 16 Rekorde des 19. Jahrhunderts ermittelt. Unsere Webseite bietet zudem die Möglichkeit, weiterhin nach historischen Fotos zu suchen und statistische Lücken (z.B. schottischen Pokalwettbewerb) zu füllen. Diese kleinen Ergänzungen (z.B. Torminute, Vorname eines Akteurs) werden keinen Einfluß auf die ermittelten Rekorde haben.
In den Texten zu den Länderspielen, nationalen Meisterschaften und nationalen Pokalwettbewerben wurden Kurzbiographien von mehr als hundert Fussballern des 19. Jahrhunderts ebenso publiziert wie Interessantes und Kurioses. Außerdem wurde in dieser Webseite ein Kapitel (VIII) aufgenommen, auf dem die Kuriositäten in kurzer Form nach Jahren geordnet sind. Jene der Jahre 1872 bis 1900 wurden bereits publiziert.
Wer sich darüber hinaus für die nationalen Fussball-Historien und andere Themen interessiert, kann per e-Mail die Liste der noch vorhandenen IFFHS-Publikationen (Magazine & Bücher) anfordern. Die meisten Bücher sind 4-sprachig (Englisch, Spanisch, Französisch, Deutsch), die restlichen und alle Magazine nur in Deutsch.
Im Januar 2007 beginnt die IFFHS mit der Publikation der Dokumentation der I. Dekade des 20. Jahrhundert. Dabei sind alle Länder der Welt involviert, in denen es A-Länderspiele, nationale Meisterschaften und nationale Pokalwettbewerbe gab. Hinzu kommt der olympische Fussball in dieser Periode. Etwa 90 % der dazu erforderlichen Ausarbeitungen sind bereits abgeschlossen.
Die IFFHS hat 2006 begonnen, eine Foto-Dokumentation der von ihr seit 1987 vorgenommenen nationalen, kontinentalen und globalen Ehrungen in ihrer Webseite im Kapitel IX zu publizieren. Die Jahre 1987, 1988, 1989, 1990, 1991, 1898 und 2005 sind bereits publiziert. Als nächstes folgen die Fotos betreffs der Jahrhundert-Ehrungen sowie 2006 und 1999. Nach und nach wird die Foto-Dokumentation der dazwischenliegenden Jahre dann folgen.
Auf Vorschlag des IFFHS-Präsidenten Dr. Alfredo Pöge und des Vizepräsidenten Jørgen Nielsen führt die IFFHS 2006 erstmals die Wahl des alljährlichen „Welt-Spielmachers“ durch. Damit soll die Kreativität von offensiven Spielern eine größere Anerkennung finden. Wer selbst Fussball gespielt hat, weiß, daß von diesen Spielern eine enorme Ausstrahlung und Wirkung auf das Spiel der Mannschaft ausgeht. Durch den gegenwärtigen Trend zu mehr Allround- und Einheits-Fussballern verliert der Fussball viel.
Nachfolgend Fotos von jenen IFFHS-Mitgliedern, die primär die in dieser Webseite publizierte Dokumentation des Fussballs im 19. Jahrhundert erarbeiteten:

Dr. Alfredo Pöge (Germany)

Mervyn D.Baker (England)

Ian Garland (Wales)

Carlos F.Yamatti (Argentina)

Jean Norbert Fraiponts (Belgium)
Jørgen Nielsen (Denmark)

John van den Elsen (Netherland)
Nils E. Johansson (Sweden)
Alfonso Spadoni (Italy)
Kurt Trefzer † (Switzerland)

Alfred Meister (Switzerland)

Miguel Romero Colina (Uruguay)
George Glass (Northern Ireland) --- Alan Brown (Scotland) --- Pierre Cazal (France)
Das neue IFFHS Executive Committee
Am 6. Januar 2007 fanden in Salzburg (Österreich) im "Hotel Castellani" die Neuwahlen der IFFHS statt. Aus verschiedenen Gründen (Krankheit, altersbedingt) schieden Jean Norbert Fraiponts (Belgien), Colin Jose (Canada), Yeorgios Kusunelos (Griechenland) und Sándor Szabó (Ungarn) aus dem Exekutiv-Kommitee aus. Alle vier werden weiterhin ihr Land in der IFFHS vertreten.
Neu im Executive Committee sind jetzt Osteuropa, Westasian und Nordafrika vertreten. Es wird angestrebt, daß in den nächsten Jahren auch den Balkan, Zentralasien und Südwestafrika im IFFHS Executive Committee vertreten sind. Alle Wahlentscheidungen wurden einstimmig getroffen und das Executive Committee setzt sich jetzt wie folgt zusammen:
President:
Dr. Alfredo Pöge (Deutschland)
1st Vice-President:
Jørgen Nielsen (Danmark)
2nd Vice-President:
José del Olmo (España)
Members:
Robert Ley (France)
Julio Héctor Macías (Argentina)
Edward Simmons (Australia)
Carlos F. Ramírez (México)
Ian Garland (England)
Takeo Goto (Japan)
Clóvis Martins da Silva Filho (Brasil)
Mansour Abdulla (UAE)
Igor Goldes (Russia)
Khaled Abul-Oyoun (Egypt)

New Executive Comittee: F. l. t. r. Jørgen Nielsen, Igor Goldes, Mansour Abdulla, Clóvis Martins da Silva Filho, Ian Garland, Carlos F. Ramírez, Dr. Alfredo Pöge, Monika Fasnacht (no IFFHS member), Khaled Abul-Oyoun, Robert Ley, Julio Héctor Macías, Edward Simmons.

José del Olmo Takeo Goto
Fortsetzung