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Interessantes und Kurioses von Länderspielen und Nationalspielern (1872-1900)-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------by IFFHS-----In Verbindung mit den offiziellen 131 A-Länderspielen im 19.Jahrhundert gab es viel Kurioses und seltsame Ereignisse, ebenso viele bemerkenswerte Erlebnisse der Nationalspieler. All dies vermittelt uns einen Einblick, unter welchen Verhältnissen die Länderspiele damals stattfanden sowie welchen Stellenwert sie in der Gesellschaft und bei den Spielern selbst hatten. Von all den interessanten Fakten ist nachfolgend eine Auswahl getroffen worden, die in chronologischer Folge aufgelistet wurde.1872Bei der globalen Länderspielpremiere am 30. November 1872 in Glasgow traten die gastgebenden Schotten in der taktischen 2-2-6-Formation und die Engländer noch im alten 1-1-8-System an, dennoch endete die Begegnung torlos. Bei Halbzeit tauschten im englischen Team Torhüter Robert Barker und der Flügelstürmer William John Maynard ihre Positionen. Im englischen Angriff spielte u.a. John Brockbank (22.8.1848-29.1.1904), der von Beruf Schauspieler und zudem ein sehr guter Kricketspieler war. Im schottischen Team spielte das Brüderpaar James und Robert Smith, das in London lebte und dort für den South Norwood FC spielte, aber pro forma noch dem Glasgower Verein Queen's Park FC angehörte. Drei weitere schottische Spieler besaßen ebenfalls eine doppelte Vereinszugehörigkeit, jene von Granville FC und Queen's Park FC Glasgow. Dies betraf Torhüter Robert W.Gardner, Verteidiger William Ker und Läufer James J.Thomson. 1873In jenen Tagen gab es keine Halbzeitsunterbrechung, auch wechselten die Teams die Seiten des Spielfeldes nach jedem Tor. Folglich wurde der Spielstand nach 45 Minuten als Halbzeitsresultat in der Statistik betrachtet.Die ersten Nationalspieler, die nur einem Verein angehörten, der nicht dem nationalen Fussball-Verband angegliedert war, für den sie das Nationaltrikot trugen, gab es bereits im zweiten Länderspiel der Historie, am 8. März 1873 in London, bei den Schotten. Colonel Henry Waugh Renny-Tailyour (9.10.1849-15.6.1920), in Mussoorie (Indien) geboren, spielte für den englischen Verein Royal Engineers Chatham sowie für das schottische Fussball- und Rugby-Nationalteam. John Edward Blackburn (30.4.1851-29.9.1927), geboren in Edinburgh, spielte für den gleichen englischen Verein, besuchte die Royal Military Academy in Woolwich (London) und diente in den 80er Jahren als Colonel in Ägypten und Sudan. Als Dritter gehörte zu dieser Kategorie Arthur Fitzgerald Kinnaird (16.2.1847-30.1.1923), der in Kensington (London) geboren wurde und 11mal in englischen Pokalfinals spielte, in denen er 10mal Spielführer seines Teams The Wanderers (London) bzw. Old Etonians (London) war. Kinnaird war ein gebildeter Universalsportler und von 1890 bis 1923 Präsident des englischen Fussball-Verbandes (FA). Nach den damaligen Regeln, die innerhalb Großbritanniens galten, hätten Renny-Tailyour und Kinnaird gar nicht für Schottland spielen dürfen. Doch die FA war schier allmächtig, hatte keinen Einwand und Indien war damals eine britische Kolonie.Auch der zweifache Torschütze auf englischer Seite in diesem Länderspiel, William Stanley Kenyon-Slaney (24.8.1847-24.4.1908), war in Indien (Rajkote) geboren und besuchte das Eton College und Christ Church Oxford. Der englische Flügelstürmer dieses Länderspiels, Alfred George Goodwyn (14.3.1849-14.3.1874), der die Royal Military Academy besuchte, starb während seines Militärdienstes in Ost-Indien. In den ersten beiden Länderspielen der Historie kam bei den Engländern getrennt das Brüderpaar John Charles Clegg (15.6.1850-26.6.1937) und William Edwin Clegg (21.4.1852-22.8.1932) zum Einsatz. Beide Stürmer waren in Sheffield praktizierende Rechtsanwälte und wurden für ihre Verdienste um den Fussballsport geadelt (Sir). Der ältere Bruder war auch ein sehr guter Referee und von 1923 bis 1937 Präsident der FA. 
John Charles CleggFoto: IFFHS1874Im schottischen Nationalteam, das am 7. März 1874 in Glasgow England (2:1) besiegte, war als Läufer Charles Campbell aufgeboten, der ein glänzender Kopfballspieler und auch in 9 seiner 13 Länderspiele Kapitän war. Er hatte an der Edinburgher Academy studiert und stand mit Queen's Park FC Glasgow bis 1886 10mal in einem schottischen Pokalfinale. Er war von 1889 bis 1890 auch Präsident der "Scottish Football Association" (SFA). Bemerkenswert viele Nationalspieler verließen im 19.Jahrhundert das britische Inselreich. Vom englischen Team des Jahres 1874 waren dies Verteidiger Alfred Hugh Stratford (5.9.1853- 2.5.1914), der in die USA emigrierte, und Innenstürmer Robert Kennett Kingsford (23.12.1849-14.10.1895), der Jura studierte und nach Australien auswanderte.1875Beim Länderspiel zwischen England und Schottland am 6. März 1875 kam der englische Torhüter William Henry Carr erst 15 Minuten nach Spielbeginn im Londoner Kennington Oval an. So spielten die Engländer zunächst mit zehn Akteuren und Stürmer Alexander George Bonsor hütete bis dahin das Tor. Der Linksaußen der Engländer in diesem Spiel, Richard Lyon Geaves (6.5.1854-21.3.1935) war in Mexico geboren worden, besuchte das Caius College in Cambridge und diente im Yorkshire Regiment, wo er schnell den Rang eines Captains erreichte. Zu den Torschützen auf schottischer Seite zählte Henry McNiel, der in nahezu allen britischen Publikationen seit mehr als einem Jahrhundert als "Harry" McNeil falsch geschrieben ist. Dies ist durch seine Geburtsurkunde abgesichert. Der 10fache Internationale, der 1873 von Third Lanark zum Ortsrivalen Queen's Park FC Glasgow kam, war einer von sieben Fussball spielenden Brüdern, von denen der jüngere Moses McLay McNiel (29.10.1855-9.4.1938) auch zweimal im schottischen Nationalteam eingesetzt wurde. 1876Bei der Waliser Länderspielpremiere am 25. März 1876 in Glasgow (0:4 gegen Schottland) setzte sich das Waliser Nationalteam aus zwei Rechtsanwälten sowie je einem Holzhändler, Studenten, Soldaten, Steinmetz, Arzt, Bergarbeiter, Schornsteinfeger, Büro- und Versicherungs-Angestellten zusammen. Zudem waren Torhüter David Thomson und Stürmer George Frederick Thomson Brüder. "Dai" David Thomson (1847-14.9.1876) gehörte zu den Pionieren des Waliser Fussballs, obgleich er plötzlich und frühzeitig verstarb. "Fred" Thomson (1854-15.5.1937) assistierte seinem Vater, dem Manager der New British Iron Works in Ruabon, bis diese Firma 1887 in Liquidation ging.Bei diesem Match in Glasgow befand sich unter den schottischen Torschützen James J.Lang, den alle nur "Reddie" nannten. Er verlor bei einem Unfall in der Schiffswerft ein Auge, hielt dies aber geheim, als er 25jährig im Oktober 1876 von Clydesdale FC Glasgow zum Sheffield Wednesday FC wechselte, um durch die Gegner keine zusätzlichen Nachteile auf dem Spielfeld zu haben.Im englischen Team, das am 4. März 1876 in Glasgow gegen Schottland (0:3) verlor, stand Arthur Henry Patrick Savage (18.10.1850-25.8.1905) im Tor, der in Sydney (Australien) geboren wurde. Linksaußen spielte (14.3.1853-24.12.1884), der Inhaber eines Bergwerks in Nottinghamshire war, aber 1884 nach Florida (USA) emigrierte, jedoch bereits kurz nach seiner Ankunft verstarb. Sein jüngerer Bruder Arthur William CurshamHenry Alfred Cursham (27.11.1859-6.8.1941) trug auch das englische Nationaltrikot und war ein vorzüglicher Kricketspieler. 1877Im englischen Nationalteam, das am 3. März 1877 in London gegen Schottland (1:3) verlor, verteidigte William Lindsay (3.8.1847-15.2.1923), der in Indien geboren und von 1865 bis 1900 in einer indischen Geschäftsstelle in London tätig war. Er war auch ein sehr guter Kricketspieler. Der Stürmer (7.2.1857-4.7.1913), der das Trinity College in Cambridge besuchte, spielte im Fussball und Kricket international für England. Sein älterer Bruder Alfred Lyttleton (23.7.1855-26.1.1942) spielte erst ein Jahr später im englischen Nationalteam.  Alfred LyttletonFoto: IFFHS1878In diesem Jahr gab es zwei unerwartet hohe Länderspielresultate. Am 2. März 1878 deklassierten die Schotten in Glasgow England mit 7:2 (!), wobei John McDougall von Vale of Leven FC Alexandria, einem Verein aus Dumbarton, drei Tore erzielte. An diesem Tag absolvierte Torhüter Robert W.Gardner, der zu den Gründungs-Mitgliedern von Queen's Park FC Glasgow gehörte, sein 5. und letztes Länderspiel. Er verstarb am 27. Februar 1887 erst 39jährig. Die Schotten verfügten in dem Ingenieur Andrew McIntyre (9.8.1855-30.3.1941) über einen Verteidiger von großer Gestalt und enormer physischer Stärke. Beim 9:0-Sieg der Schotten über Wales drei Wochen später gehörte James Begg Weir (1853 - 22.12.1887), der ebenfalls frühzeitig verstarb, zu den Torschützen. "Jerry" Weir wurde "The Prince of Dribblers" genannt. Sein Teamkamerad im Verein Queen's Park FC und in der Auswahl, David Davidson, war ein sehr harter und aggressiv spielender Läufer, den alle nur "the Iron Horse" (das eiserne Pferd) nannten. Er verfügte auch über den härtesten Schuß jener Jahre im britischen Fussball. 1879Am 18. Januar 1879 begegneten sich erstmals die Nationalteams von England und Wales (2:1). Infolge des schlechten Wetters in London hatten sich beide Spielführer geeinigt, nur 2 x 30 Minuten zu spielen. Der englische Oberschiedsrichter Segard Richard Bastard stimmte dem zu. Zu diesem Spiel war der englische Außenläufer William Edwin Clegg infolge verspäteter Anreise aus Sheffield erst 20 Minuten nach dem Kick-off auf dem Spielfeld erschienen. So begannen die Engländer in Unterzahl das Match.An gleicher Stätte, im Londoner Kennington Oval, lieferten sich am 5. April 1879 England und Schottland (5:4) ein torreiches Match. Die Schotten, die bereits 4:1 führten und im taktischen 2-3-5-System spielten (England noch im 2-2-6-System) hatten als linken Außenläufer William Wightman Beveridge (27.11.1858-20.1.1941) aufgeboten, der auch schottischer Meister über 100 und 400 Yards war. Später wurde William Beveridge Minister (Church of Scotland).In diesem Spiel, das wegen starken Schneefalls vom 1. auf den 5. April verlegt worden war, gehörte Arthur Copeland Goodyer zu den englischen Torschützen. Der gebürtige Nottinghamer emigrierte 1888 in die USA, wo er am 8. Januar 1932 bei einem Autounfall den Tod fand. Der englische Torhüter (28.3.1849-30.6.1898) war zugleich auch Rugby-Nationalspieler. Reginald Birkett war in London Fellhändler und verstarb im Delirium (Typhus-Fieber). Sein Länderspieldebüt an diesem Tag (5.4.1879) gab der Schotte Reginald Halsey BirkettRobert Paton, dem der Ruhm zukam, am 16. Januar 1875 als 21jähriger das erste Gegentor gegen Queen's Park FC Glasgow erzielt zu haben, nachdem dieser Glasgower Verein 7 (!!) Jahre ohne Gegentor geblieben war. Robert Paton spielte zu jener Zeit für Vale of Leven FC Alexandria.
Die älteste existierende Zeichnung von einen A-Länderspiel datiert vom 5. April 1879. Die Engländer, die im Londoner Kennington Oval (5:4) gewannen, in weißer Spielkleidung bedrängen das schottische Tor.Foto: IFFHS
1880Am 13. März 1880 gab es zwischen den beiden großen britischen Rivalen wieder ein 5:4, diesmal mit dem besseren Ende für die gastgebenden Schotten. Vierfacher Torschütze des Siegers war George Ker, ein dribbelstarker Innenstürmer. "Geordie" Ker war der jüngere Bruder des Internationalen William Ker. Im englischen Angriff spielte Samuel Weller Widdowson (16.4.1851-9.5.1927), der Erfinder des Schienbeinschützers, den er sich 1874 patentieren ließ. "Sam" Widdowson war auch ein sehr guter Sprinter und Hürdenläufer.Die Waliser verloren am 27. März 1880 ein Länderspiel in Glasgow gegen Schottland (1:5). Die Schotten hatten in der Abwehr "Archie" Lang, der ein Gentleman unter den Verteidigern und einige Jahrzehnte als Ingenieur in Shanghai (China) tätig war, und James Douglas (3.9.1859-.9.1919), der im Volksmund nur "Black Jimmy" genannt wurde, aufgeboten. Gegen diese hatte auch der Waliser Stürmer Thomas Johnson Britten (1858-24.10.1910) keine Chance. "Tommy" Thomas Britten war Bergwerks-Ingenieur und emigrierte 1887 nach Transvaal (Südafrika), wo er in Johannesburg die Cousine des südafrikanischen Prime Minister heiratete. [Foto 4]Samuel Weller WiddowsonFoto:1881Im englischen Team, das am 26. Februar 1881 in Blackburn Wales sensationell 0:1 unterlag, spielten die Brüder Frederick William Hargreaves (16.8.1858-5.4.1897) und John Hargreaves (13.12.1860-15.1.1903). "Jack" Hargreaves praktizierte von 1884 an in seiner Geburtsstadt Blackburn als Rechtsanwalt, sein älterer Bruder "Fred" war ein sehr beweglicher Läufer, der bereits das Tackling beherrschte. Der englische Torhüter John Purvis Hawtrey (19.7.1850-17.8.1925) war von Beruf Schauspieler und gab später die "Sporting World" heraus.Am 12. März 1881 kamen die Schotten in London gegen England zu einem grandiosen 6:1-Auswärtserfolg. In beiden Teams stand je ein Leichtathlet der gleichen Disziplin. Der schottische Verteidiger Andrew Watson, ein Akademiker, war einer der besten schottischen Hochspringer. "Andy" Watson ging später nach Bombay (jetzt Mumbai/Indien). Der englische Innenstürmer Reginald Heber Macauley (24.8.1858-15.12.1937) war 1879 englischer Meister im Hochsprung sowie von 1884 bis 1901 in Indien und Ost-Indien tätig. 1882Am 18. Februar 1882 endete die irische Länderspielpremiere in Belfast mit einer 0:13-Schlappe gegen England. Der Kapitän der Iren war John McCready McAlery, ein Verteidiger von Cliftonville FC Belfast, der zugleich ein exzellenter Kricketer war und auch als "Umpire" fungierte. "Mac", wie ihn alle nannten, zählte zu den Pionieren des irischen Fussballs und war bis 1888 auch der erste Sekretär der "Irish Football Association" (IFA). Eine Woche später verloren die Iren in Wrexham (1:7), wobei der spätere Referee John Sinclair unter dem Pseudonym "Fox" spielte. Die im taktischen 2-2-6-System spielenden Iren hatten u.a. drei Mediziner, zwei Firmen-Direktoren, zwei Fabrik-Manager und den Hafen-Präsidenten von Belfast aufgeboten. Im Waliser Team waren im Angriff Charles Frederick Ketley, der bei einem Arbeitsunfall als Maler einen Arm verlor, aber dennoch weiter Fussball spielte, auch im Nationalteam, und Edward Gough Shaw aufgeboten, der der Schwager des Internationalen "Tom" Owen und ein Alkoholiker war. Eines Tages verließ "Ted" Edward Shaw sein Haus in Oswestry und wurde niemals wieder von seiner Familie und unmittelbaren Umwelt gesehen. Er verstarb in den USA.Am 11. März 1882 demütigten die Schotten das englische Nationalteam (5:1) einmal mehr. Am rechten schottischen Flügel stürmte Malcolm James Eadie Fraser, der 1884 Schottland verließ und nach Westafrika ging, dort erkrankte und schließlich 1886 in Sydney (Australien) verstarb. Der Schütze des englischen Ehrentors, Oliver Howard Vaughton (9.1.1861- 6.1.1937) war von Beruf Silberschmied und hatte eine eigene Firma, in der auch die zweite FA-Cup-Trophäe hergestellt wurde, nachdem die erste in Birmingham gestohlen worden war.Am 13. März 1882 unterlagen die Engländer fast sensationell den Walisern (3:5) in Wrexham. Die Gäste mußten jedoch 87 Minuten lang in Unterzahl spielen, da Edward Charles Bambridge bereits nach drei Minuten verletzt ausschied. Der englische Mittelstürmer Percival Chase Parr (2.12.1859-3.9.1912), der auch eine gute Figur im Tor abgab, war später Herausgeber des "National Observer" und von "Ladies‘ Field".1883Als England am 3. Februar 1883 in London Wales (5:0) besiegte, stürmte im Angriff der Gastgeber Harry Chester Goodhart (17.7.1858-21.4.1895), der Professor für Geisteswissenschaften an der Universität von Edinburgh wurde. Drei Wochen später beim 7:0-Erfolg über Irland brillierte der englische Linksaußen William Nevill Cobbold (4.2.1863-8.4.1922), der Lehrer wurde und für Cambridge University meist auf der halblinken Position spielte. "Nuts" Cobbold galt in den 80er Jahren als der eleganteste und trickreichste Stürmer der Welt. Bei den Iren stürmte William James Morrow (16.11.1851-22.1.1922) vom Alexander FC Limavady, der das historisch erste Tor in einem Irish Cupfinal (1881) erzielt hatte. [Foto 5]Harry Chester GoodhartFoto:1884Am 15. März 1884 gewann Schottland gegen England (1:0) in Glasgow. Der Torschütze war Dr. John Smith, geboren am 12. August 1855 in Mauchline (Ayrshire). 1885 entschied die "Scottish Football Association" (SFA), daß er nicht mehr für oder gegen einen schottischen Verein spielen durfte, da er dem Corinthians FC London in einem Match gegen den professionellen Bolton Wanderers FC ausgeholfen hatte. Die FA hatte in jenem Jahr den Berufsfussball legalisiert, für die SFA aber war er noch eine Todsünde. Ein anderer Stürmer in diesem Länderspiel war Robert Main Christie (15.11.1865-15.5.1918), der auch der schottischen Curling-Auswahl angehörte. Obgleich er von Beruf Rechtsanwalt war, diente er im südafrikanischen Burenkrieg. Der englische Mittelstürmer William Bromley-Davenport (21.1.1862-6.2.1949) diente als hoher Militär in Südafrika, Ägypten und Frankreich und wurde General Sir.Die Schotten gewannen alle drei Spiele gegen die Kontrahenten und damit auch die erstmals - und fortan alljährlich - ausgespielte Britische Meisterschaft. Die Iren verloren alle drei Begegnungen, den einzigen Treffer beim 1:8 gegen England erzielte William McWha, der als Arzt bald nach Indien ging, wo er bei einer Entenjagd auf tragische Weise ertrank. Bei den Walisern spielte am 17. März 1884 gegen England das Brüderpaar Elias (Torhüter) und William Pierce Owen (Rechtsaußen). Elias Owen studierte Theologie, beging aber 25jährig am 20.September 1888 in einer depressiven Phase infolge seines schlechten Abschlußexamens Selbstmord. Sein Bruder "WP" Owen (20.11.1860-13.12.1937) studierte Jura, war ein populärer Flügelstürmer und erfolgreicher Rechtsanwalt in Ruthin. 12 Tage später gegen die Schotten hatte Wales, das bereits im 2-3-5-System spielte, den linken Läufer John Jones aufgeboten. Dieser "Jack" Jones wurde am 25. März 1902 41jährig erschossen auf dem Feld seiner Farm gefunden. Robert Main ChristieFoto:IFFHS1885Am 28. Februar 1885 bot Irland (0:4 gegen England) erstmals Nationalspieler aus Dublin auf, die dort für das University-Team spielten. Dies waren Verteidiger Frederick William Moorhead und Außenläufer William L'Estrange Eames. Letzterer, am 18.Juli 1863 in Dublin geboren, wanderte nach erfolgreichem Universitätsstudium noch 1885 nach Australien aus und wurde Oberst der australischen Armee. Im englischen Nationalteam war fortan das Brüderpaar Arthur Melmoth Walters (26.1.1865-2.5.1924) und Percy Melmoth Walters (30.9.1863-6.10.1936) in der Verteidigung dominant, auch im Verein Old Carthusians (London) bildeten sie die Abwehr. Beide studierten Jura, der jüngere wurde 1889 als Rechtsanwalt zugelassen und wurde später Fabrikant. Der englische Halblinke John Auger Dixon (27.5.1861-8.6.1931), der auch ein guter Kricketer war, war Direktor eines Kleiderherstellers, der Dixon & Parke Ltd. Der englische Außenläufer Joseph Morris Lofthouse (14.4.1865-10.6.1919) ging 1902 nach Ungarn und trainierte MAC Budapest, kehrte aber nach einem knappen Jahr wieder nach Blackburn zurück. Der englische Rechtsaußen Benjamin Ward Spilsbury (1.8.1864-15.8.1938), der zwei Wochen zuvor gegen Irland in Manchester stürmte, emigrierte 1889 nach Canada, wo er in Vancouver verstarb.

Percy Melmoth Walters Foto: IFFHS
1886 Als die Engländer am 13. März 1886 in Belfast die Iren (6:1) besiegten, hatten sie als Linksaußen John Edward Leighton (26.3.1865-15.4.1944) aufgeboten, der auch nach seiner aktiven Zeit seinem Verein Nottingham Forest FC die Treue hielt. Er versäumte kein Heimspiel seines Vereins und starb auch während eines Matchs am Forest Ground. Eine Woche später gewannen die Schotten (7:2) in Belfast. Den letzten Treffer erzielte Linksaußen Michael Dunbar (Cartvale Busby), ein Wein- und Spirituosen-Händler, dessen älterer Bruder "Tom" zwar bei einem prominenteren Verein (Queen's Park FC Glasgow) spielte, jedoch nicht im Nationalteam.
1887 Als am 19. Februar 1887 Schottland in Glasgow die Iren (4:1) besiegte, gaben bei den Gastgebern drei ungewöhnliche Akteure ihr Länderspieldebüt. Außenläufer John Hutton (Edinburgh St.Bernard's FC) war ein vielseitiger und sehr gefühlsvoller Musiker, aber auf dem Spielfeld beinhart und laufstark. Rechtsaußen Thomas James Jenkinson, am 21.April 1865 in Edinburgh geboren, wollte sich "Hibs" anschließen, doch der Verein nahm ihn nicht auf, weil er kein "Roman Catholic" war. So schloß er sich dem Ortsrivalen "Hearts" an. Später emigrierte er nach Australien. Linksaußen William Johnstone (.11.1864-11.12.1950) war als "William the Silent" (William der Schweigsame) bekannt und von Beruf OP-Pfleger.
Am 12. März 1887 kam Irland zum ersten Länderspielsieg in seiner Historie, als in Belfast Wales (4:1) besiegt wurde. Die Waliser hatten Robert Roberts als Torhüter aufgeboten, der in seinem ersten Länderspiel noch Verteidiger spielte, was er eigentlich war. Mittelläufer spielte Alexander Hunter (1862-16.12.1899), der Sekretär der "Football Association of Wales" war und infolge des kurzfristig aufgetretenen Spielermangels aushelfen mußte. Der Halblinke der Waliser, George Griffiths (geb. 11.4.1865/Chirk AAA), diente bei dem Royal Army Service Corps, erlitt im I.Weltkrieg in Frankreich eine Gasvergiftung, an der er 18 Monate später, am 7.Juli 1918, 53jährig verstarb.

Wales - 12.3.1887. Back, l.t.r. George Griffiths, Edward Hughes, "Sam" Jones, Officer, "Alf" Townsend, Alexander Hunter; Middle, l.t.r. Henry Sabine, "Bob" Roberts, "Harry" Edwards, "Bill" Turner, Officer; Front, l.t.r. "Bill" Roberts, "Jack" Doughty.
Foto: IFFHS
1888 Am 3. März 1888 verlor Irland in Wrexham gegen Wales (0:11) zweistellig. Der irische Torhüter John Clugston war auch ein internationaler Lacrosse-Spieler und war auf den Namen William John Clugston getauft worden, benutzte aber niemals seinen ersten Vornamen. Der irische Rechtsaußen Arthur David Ash Gaussen wurde später Lord Lieutenant of County Londonderry (Gouverneur der Grafschaft Londonderry). Im siegreichen Waliser Team stürmten die Brüder John und Roger Doughty, die in Staffordshire (England) als Söhne eines irischen Vaters und einer Waliser Mutter geboren wurden. Drei Waliser Spieler, darunter ihr Kapitän Dr. Alfred Owen Davies, verließen das Spielfeld bereits bei einem Spielstand von 10:0, um den Zug für ihre Rückreise nach London, Cambridge und Builth zu erreichen.
Zwei Akteure, die 1888 ihr Länderspieldebüt gaben, wanderten aus. Dies waren zwei Außenläufer, der Engländer Frank Etheridge Saunders (26.8.1864-14.5.1905), ein studierter Apotheker, der nach Südafrika emigrierte, und der Schotte James McLaren ("Hibs"), der im Volksmund nur "The Auld Gineral" genannt wurde, emigrierte im April 1912 nach British Columbia (Kanada), wo er am 3. Januar 1927 auch verstarb. Alle britischen Internationalen, die auswanderten, setzten natürlich auch Keime ihres geliebten Sports in ihrer neuen Wahlheimat und trugen so zur weltweiten Verbreitung des Soccers ebenso bei wie Handelsleute, Soldaten und Studenten.
Als am 24. März 1888 Irland gegen Schottland spielte, war bei den Iren Robert Wilson als rechten Verteidiger aufgeboten. Sein Vater Matthew hatte bereits dreimal für Irland (1884- 1885) gespielt. Im Jahr 1886 bildeten beide das Verteidiger-Duo vom Distillery FC Belfast, der in diesem Jahr den Irish Cup gewann.

Wales - 3.3.1888. Back, l.t.r. Reuben Humphrey, "Joe" Davies, Dr."Alf" Owen Davies, Dr. "Bob" Mills-Roberts, "Jack" Powell, "Dai" Jones; Front, l.t.r. "Bill Prive-Jones, "Job" Wilding, "Jack" Doughty, Roger Doughty, Edmund Howell.
Foto: IFFHS
1889 Als Wales am 23. Februar 1889 in Stoke-on-Trent gegen England (1:4) verlor, spielte der 21jährige David Jones linken Verteidiger. "Di" Jones bestritt bis zur Jahrhundertwende 14 Länderspiele für Wales, erlitt dann bei einem Spiel eine scheinbar harmlose Schnittwunde, wobei er sich eine Infektion zuzog. Zehn Tage später, am 27. August 1902, verstarb er 35jährig an Tetanus. Der Waliser Halblinke Arthur Lea (23.11.1866-23.3.1945) war trotz seines Handicaps (einarmig) ein famoser Spieler beim Wrexham AFC. 27jährig drohte ihm infolge einer schweren Erkrankung der Verlust eines Beines.
Zwei englische Akteure, die an diesem 23. Februar 1889 ihr Länderspieldebüt gaben, gingen nach dem Ende ihrer aktiven Laufbahn als Trainer auf das europäische Festland. Dies waren Außenläufer Arthur Lowder (1863-4.1.1926) und William John Townley, von Beruf Lehrer. Letzterer trainierte ab 1909 Teams in Deutschland, den Niederlanden, Schweden und der Schweiz.
Gleiches tat der englische Halblinke David Weir, der am 13. April 1889 gegen Schottland die 2:0-Halbzeitführung besorgte. "Davie" Weir ging 1911 als Trainer nach Stuttgart (Deutschland). Der rechte Läufer dieses Spiels, Henry Edward Denison Hammond (26.11.1866-16.6.1910) gehörte 1890 bis 1899 der Edinburgh Academy an, bevor er im folgenden Jahr als Generaldirektor für Bildung nach Rhodesien ging, wo er auch verstarb.
Die Iren boten 1889 den Verteidiger Manliffe Francis Goodbody auf, der auch ein hervorragender Tennisspieler war und 1894 das Finale der USA-Meisterschaft erreichte. Gegen Wales am 27. April 1889 spielte James Campbell Percy (15.2.1869-26.10.1928) Mittelstürmer, der später geadelt und stellvertretender Gouverneur von Dublin wurde. Zwei englische Akteure von Stoke FC, die am 2. März 1889 ihr Länderspieldebüt in Liverpool gegen Irland (6:1) gaben, wanderten ebenfalls aus. Torhüter William Spencer Rowley emigrierte in die USA und der rechte Verteidiger Thomas Clare (1865 - 27.12.1929) noch vor dem I.Weltkrieg nach Kanada, wo er in Ladysmith (Vancouver) verstarb.

Arthur Lea Foto: IFFHS
1890 Als Wales am 8.Februar 1890 in Shrewsbury Irland (5:2) besiegte, gehörte Rechtsaußen David Moral Lewis, geboren im Februar 1871, zu den Torschützen. "Dai" David Lewis ging später nach Südafrika, wo er auch während des I.Weltkrieges bei der South African Defence Force diente. Auf seiner Rückreise nach England erkrankte er, wurde wieder zurückgeschifft und verstarb am 16.November 1925 54jährig in Durban. Mit zwei schottischen Debütanten vom 22. März 1890 (5:0 gegen Wales) hatte es das Schicksal nicht gut gemeint. James Dunlop vom St.Mirren FC aus Paisley erlitt am 1. Januar 1892 im Ortsderby gegen Abercorn eine Glasschnittwunde am Knie, so daß er zehn Tage später 22jährig an Tetanus verstarb. Außenläufer Matthew McQueen verlor 1924 bei einem Straßenunfall ein Bein. Er starb am 29.September 1944 81jährig.
Am 15. März 1890 führte England die Unsitte ein, zwei gleichberechtigte Nationalteams aufzubieten, das eine spielte gegen Wales, das andere gegen Irland. Da die Engländer beide Spiele auswärts klar gewannen, gab es wenig Gegenargumente. Im Team gegen Irland (9:1) standen erstmals keine Amateure mehr im englischen Nationalteam, nur noch Profis. Im anderen Team, das in Wrexham Wales (3:1) besiegte, waren vier Amateure aufgeboten. Schließlich ging der schottische Außenläufer David Mitchell vom Glasgow Rangers FC, der am 29. März 1890 in Belfast sein Länderspieldebüt gab, zur Jahrhundertwende als Trainer nach Deutschland.
1891 Am 7. Februar 1891 besiegte Irland die Waliser (7:2) sensationell hoch, nicht zuletzt dank vier Treffer des 21jährigen "Olphie" Stanfield. Die Begegnung fand in Ulsterville (Belfast) statt, zu jener Zeit die Heimstätte vom Linfield AFC. Auf dem Spielfeld gab es am 29. August des gleichen Jahres beim Spiel zwischen Linfield und einer Auswahl, die sich aus Spielern kanadischer und US-amerikanischer Vereine zusammensetzte, den zweiten Elfmeter in der Historie des Weltfussballs, den Alexander Jeffrey für die Gäste kurz vor der Halbzeitspause verwandelte. Eine Woche zuvor, am 22. August 1891 hatte Alexander McColl den ersten Elfmeter in der Historie beim schottischen Liga-Spiel Renton gegen Leith verwandelt. Übrigens war "Alex" Jeffrey in Schottland geboren und spielte zu jener Zeit in den USA für Pawtucket, blieb aber nach der Tournee der Nordamerikaner in Großbritannien.
Im Spiel Wales gegen Schottland (3:4) am 21. März 1891 in Wrexham führten die Waliser 2:1, als ihr linker Läufer Charles Frederick Parry (1870-4.2.1922) verletzt ausschied und die Gastgeber in Unterzahl weiterspielen mußten. Er gehörte zu den vielen Waliser Nationalspielern, die inzwischen bei englischen Vereinen, in diesem Fall beim Everton FC, ihr Brot als Profis verdienten. Auf schottischer Seite waren drei Spieler aufgeboten, die auch in anderen Sportarten erstklassige Leistungen vollbrachten. Verteidiger "Archie" Archibald Ritchie (12.4.1872-19.1.1952) war auch ein Bowling-Spezialist, Rechtsaußen "Willie" William Gulliland (3.2.1871-23.3.1928) ein exzellenter Tennisspieler sowie von Beruf Auktionär, und Linksaußen Alexander Lowson Keillor (20.10.1869-16.6.1960), von Beruf Dachdecker, ein professioneller Golfspieler.
Die Engländer boten am 7. März 1891 erneut zwei gleichberechtigte Nationalteams auf, die in Wolverhampton (6:1 gegen Irland) und in Sunderland (4:1 gegen Wales) siegreich blieben. In diesen Spielen wirkten auf englischer Seite zwei bzw. drei Amateure mit, die bei den gemischten (Amateure/Profis) Nationalteams fast immer den Spielführer stellten. Im zuletzt erwähnten Match verteidigte Elphinstone Jackson (9.10.1868-12.1945) von Oxford University. Er war der Sohn eines hohen Richters in Calcutta, wo er auch geboren wurde. Nach seinem Studium in England kehrte er nach Indien zurück, wo er 1893 zu den Gründern der "Indian Football Association" gehörte.

William Gulliland Foto: IFFHS
1892 Im Länderspiel gegen England (0:2) am 5. März 1892 in Belfast erhielten die Iren einen Penalty zugesprochen. Doch "Sam" Torrans scheiterte am englischen Torhüter William Rowley (Stoke FC), der auch den Nachschuß von "Billy" Dalton hielt. Als dieser erste Elfmeter in der globalen Länderspiel-Historie verhängt wurde, stand es noch torlos. Da Linksaußen John Peden bereits in der 15. Minute wegen einer Knieverletzung ausschied und "Nat" McKeown nach dem Seitenwechsel auch verletzt wurde, mußten die Iren mit 9 (!) Akteuren das Spiel fortsetzen.
Am 5. März 1892 stellten die Engländer bereits zum 3.Mal in Folge, aber zum letzten Mal im 19. Jahrhundert, zwei gleichberechtigte Nationalteams, die auswärts jeweils 2:0 gegen Irland und Wales gewannen. Gegen Wales spielten übrigens sieben Amateure, einer von ihnen war Robert Cunliffe Gosling (15.6.1868-18.4.1922). Er besuchte das Eton College und Trinity College Cambridge und spielte von 1889 bis 1900 für Old Etonians und Corinthians London sowie von 1892 bis 1895 5mal für England. Er war trotz seiner Größe ein schneller Halbstürmer, zudem kräftig und torgefährlich. 1902 wurde Gosling, der auch ein glänzender Kricketer war, Polizeibeamter von Essex.
Entscheidend zum erneuten Gewinn der Britischen Meisterschaft war der 4:1-Sieg in Glasgow gegen Schottland, wobei die Gäste unter der Regie des sagenhaften John Goodall einen furiosen Start und nach 26 Minuten bereits vier Treffer erzielt hatten. Zu den englischen Torschützen zählte auch Mittelstürmer John Southworth (12.12.1866-16.10.1956), der einer der erfolgreichste Torjäger im FA-Cup im 19. Jahrhundert und von Beruf Musiker war. "Jack" Southworth spielte auch im "Halle Orchestra".

Robert Cunliffe Gosling Foto: IFFHS
1893 In diesem Jahr boten die Iren in ihrem Nationalteam als Rechtsaußen James Mark Small (7.7.1867-27.12.1963) auf. Er war auch ein guter Referee und vor allem Leichtathlet, denn er gewann zweimal die irische Meisterschaft im 4-Meilen-Lauf. Später wurde er Funktionär, zuletzt Generalsekretär der IFA. Der Halblinke der Iren war James McIlmunn Wilton, der während des I.Weltkrieges als Kapitän der 36. Division des Royal Irish Regiment ernsthaft verwundet und später zum Ritter geschlagen wurde sowie von 1914 bis 1945 IFA-Präsident war.
Am 18. März 1893 verloren die Waliser zu Hause in Wrexham gegen die Schotten (0:8) sensationell hoch. Dabei war der walisische Mittelläufer Edwin Hugh Williams (1868- 14.5.1950) pfeilschnell und besiegte einmal in einem Wettrennen Englands 100 Yards-Meister. Von Beruf war der Waliser Journalist. Vierfacher Torschütze bei den Schotten war John Madden, am 11.Juni 1865 in Dumbarton geboren, den alle Glasgower Celtic-Fans nur "The Rooter" nannten. Der Mittelstürmer ging nach der Jahrhundertwende als Trainer zum SK Slavia Prag. Eine Woche später gegen die Iren debütierte sein Vereinskollege "Bill" William Maley (25.4.1868-2.4.1958), der Sportbekleidungsgeschäfte in Glasgow und Dundee betrieb und 1939 das Buch "The Story of the Celtic" schrieb.
George Huth Cotterill (4.4.1868-1.10.1950) besuchte das heimische Brighton Schule und das Trinity College Cambridge. Danach spielte er für Old Brightonians, Weybridge, Burgess Hill sowie von 1887 bis 1898 für Corinthians London. Er war ein körperlich großer Mittelstürmer mit enormen physischen Kräften, vermochte aber auch zu dribbeln und zu schießen. Er bestritt von 1891 bis 1893 vier Länderspiele für England. Parallel dazu spielte er Cricket für Cambridge University und Sussex sowie Rugby für Richmond und Surrey. Und dies alles als Amateur.

James Mark Small Foto: IFFHS

George Huth Cotterill Foto: IFFHS
1894 Bei der 1:4-Niederlage gegen Wales am 24.Februar 1894 in Swansea gab der am 1. Oktober 1870 in Forfarshire (Schottland) geborene Robert George Milne sein Länderspieldebüt. Als Soldat des Gordon Highlander Regiments war er 1888 nach Irland gekommen und wurde nach fünfjährigem Aufenthalt für Irland spielberechtigt. "Bob" Milne stand 10mal im irischen Pokalfinale, das er 9mal mit seinem Team als Sieger verließ.
Am 1. März 1894 erreichte England in Belfast gegen Irland nur ein 2:2, doch die Engländer mußten von der 20.Minute an in Unterzahl spielen, da ihr Verteidiger "Bob" Holmes von Preston North End verletzt ausschied. Das englische Nationalteam bestand ausschließlich aus Profis. In diesem Spiel gab es keine Tornetze und als Irland der späte Ausgleich gelang, erhob Torhüter "Joe" Reader einen Einspruch, da der Ball an der anderen Seite des Pfostens vorbei ging.
Am 12. März 1894 beim 5:1-Sieg in Wrexham gegen Wales hatte England jedoch nur Amateure aufgeboten. Einen Leistungsunterschied zwischen den Top-Spielern der englischen Profis und jenen der Amateure war nach fast einem Jahrzehnt Berufsfussball noch nicht festzustellen. Es gab noch zu viele Top-Spieler, die aus unterschiedlichsten Gründen Amateure geblieben waren und auch die Voraussetzungen hatten, um entsprechend trainieren zu können.
1895 Als Irland gegen England am 9. März 1895 verlor, spielte Hugh Gordon (geb. am 17.5.1873) rechten Verteidiger. Sein Bruder Thomas Gordon (geb. am 24.5.1867) bestritt als Torhüter sein zweites Länderspiel für Irland, während der dritte Bruder William Gordon (geb. am 28.7.1871) bereits 7mal für Irland rechten Verteidiger gespielt hatte.
Zweifacher Torschütze der Waliser am 16. März 1895 in Belfast gegen Irland war Harry Trainer (1872-1924), der in einem Kohlebergbau arbeitete und der Cousin des legendären walisischen Torhüters James Trainer war, der an diesem Tag sein 11.Länderspiel bestritt. "Jim" Trainer, der von 1887 bis 1899 für Preston North End (253 Erst-Liga-Spiele) spielte und insgesamt 20 Länderspiele bestritt, war ein exzentrischer und unberechenbarer "Goalie". Nebenbei besaß er eine Gaststätte, doch im Privatleben kam er nicht zurecht. 1904 trennte er sich von seiner Frau und seinen zehn (!) Kindern und verstarb am 5. August 1915 in Paddington (London) völlig verarmt.
Das englische Nationalteam, das am 18. März 1895 in London gegen Wales (1:1) spielte, bestand dagegen wiederum nur aus Amateuren. Der linke Verteidiger William John Oakley (27.4.1873-20.9.1934) vom Oxford University Athletic Club war 1894 englischer Meister im Weitsprung geworden und stand 1895 als Hürdenläufer im englischen Leichtathletik-Nationalteam gegen die USA. Er verstarb an den Folgen eines Verkehrsunfalls.
Am 30. März 1895 erzielte der irische Halbrechte William Sherrard von Cliftonville FC Belfast bei der 1:3-Niederlage in Glasgow das Ehrentor gegen Schottland. Doch bereits am 9. Oktober 1895 verstarb er 23jährig an einer Pneumonie. William war der jüngere Bruder von Joseph Sherrard, der von 1885 bis 1888 drei Länderspiele für Irland bestritten hatte. Beide hatten einst zusammen mit ihren Brüdern Connolly und "Jack" für den Limavady FC gespielt.

James Trainer Foto: IFFHS

William John Oakley Foto: IFFHS
1896 Am 28. März 1896 trennten sich in Belfast Irland und Schottland (3:3). In diesem Spiel sorgte der irische Mittelläufer "Bob" Milne (Linfield AFC) für den ersten verwandelten Elfmeter in der globalen Historie aller Länderspiele. Dies geschah in der 43.Minute zur 3:2-Halbzeitsführung. Der gegnerische Torhüter war Kenneth Anderson von Queen's Park FC Glasgow. Der Keeper verstarb bereits am 27. August 1900 25jährig.
Übrigens zerplatzte in diesem Länderspiel in der 75. Minute der Spielball. Die Schotten spielten lange Zeit in Unterzahl, da ihr Verteidiger Peter Meechan (Glasgow Celtic FC) in der 55. Minute verletzungsbedingt ausgeschieden war. Zweifacher Torschütze der Schotten an diesem Tag war Robert Smyth McColl, der 1910 die Zeitungshandlung RS McColl gründete, die noch heute besteht.
1897 Am 6. März 1897 besiegte Irland in Belfast Wales (4:3). Im irischen Team spielten die Brüder James Pyper (18.4.1876-5.3.1925) und John Stanley Pyper (9.1.1878-6.8.1952), die beide Pfarrer wurden. Der Ältere, "Jim", von beiden spielte Mittelstürmer und wurde später Minister beim Duncairn Presbyterian Church (Belfast). Sein Bruder "Jack" wurde Minister beim Strand Presbyterian Church (Portstewart). Der Waliser Außenläufer John Leonard Jones (1866 - 24.11.1931) wurde später ein professioneller Kricketer und spielte lange Zeit für Durban (Südafrika).
Das Gigantenduell am 3. April 1897 gewannen die Schotten im Londoner Crystal Palace (2:1). Im englischen Team spielte auf der halblinken Angriffsseite Edgar Wallace Chadwick (14.6.1869-14.2.1942), der erst 39jährig seine aktive Laufbahn beendete. Danach ging er als Trainer nach Deutschland und in die Niederlande. Der schottische Mittelstürmer George Horsburgh Allan (Liverpool FC) verstarb an den Folgen einer Tuberkulose am 9. Oktober 1899 24jährig.
William Henry Foulke wurde am 12. April 1874 in Blackwell (Derbyshire) geboren und spielte zunächst für Alfreton und Blackwell Colliery bevor er sich 1894 Sheffield United anschloß. Er war sehr groß gewachsen und wurde während seiner aktiven Laufbahn ein Koloß von einem Torhüter. Er bestritt 1897 ein Länderspiel für England (4:0 gegen Wales). "Fatty" Foulke hatte Kräfte wie ein Bär und verfügte über einen enormen Abschlag. Sein Gewicht stieg stetig und überschritt die 130 kg-Grenze deutlich. Dennoch war es bewundernwert, wie er trotz seiner enormen Fülle beweglich war und seinen Torraum beherrschte.
Von 1894 bis 1905 bestritt "Fatty" Foulke für Sheffield United 291 Liga-Spiele, in denen er 404 Gegentore hinnehmen mußte. In der Saison 1905/06 absolvierte er für Chelsea London 34 Liga-Spiele (27 Gegentreffer) und schießlich in der Saison 1906/07 noch 22 Liga-Spiele (30 Gegentore) für Bradford City. Er war zweifellos der schwerste Nationaltorhüter der Welt und dies nicht nur im 19.Jahrhundert. Gelegentlich spielte er noch für Derbyshire Kricket. Sein riesiges Übergewicht trug wesentlich dazu bei, daß er nicht alt wurde und am 1. Mai 1916 verstarb.

21-year-old William Henry Foulke Foto: IFFHS

William Henry Foulke later in the highest English league. Foto: IFFHS
1898 Als England am 28. März 1898 in Wrexham Wales (3:0) besiegte, gab bei den Gastgebern der Halblinke Thomas Bartley sein Länderspieldebüt. Sein älterer Bruder Arthur spielte im gemeinsamen Geburtsort Flint als Torhüter. Dieser verstarb an einer Verletzung, die er im August 1891 in einem Spiel erlitten hatte. Es war glaubhaft der erste Todesfall im modernen "Welsh Soccer". Zuvor am 19. März 1898 hatte im Spiel gegen Wales der Schotte Robert Findlay (29.3.1877-13.8.1926) sein Debüt im Nationaltrikot gegeben. "Bob" Findlay emigrierte 1914 nach New Jersey (USA).
1899 Der Ire James Lewis hatte bei einem Unfall zwei Fingerspitzen verloren, wurde aber dennoch Nationalkeeper. Am 18. Februar 1899 gegen England hielt er einen Elfmeter von James Crabtree, mußte aber dennoch 13 Gegentore hinnehmen. Die ersten irischen Nationalspieler, die einem nicht-irischen Verein angehörten, waren am 4. März 1899 "Archie" Goodall (Derby County FC) und "Mit" Taggart (Walsall FC), die in England spielten.
Raby Howell, geboren am 12. Oktober 1869 in Wincobank (Sheffield), war ein Vollblut- Roma und von kleiner Statur. Er gelangte über Ecclesfield und Rotherham Swifts 1890 zu Sheffield United. Im April 1898 wechselte der Außenläufer zum Liverpool FC und drei Jahre später zu Preston North End, wo er seine aktive Laufbahn 1903 verletzungsbedingt beenden mußte. Der Zigeuner ”Rab” Howell bestritt 1895 und 1899 zwei Länderspiele für England.

Raby Howell Foto: IFFHS
1900 Im Spiel gegen Wales (1:1) am 26. März 1900 kam bei den Engländern der Halbstürmer Reginald Erskine Foster (16.4.1878-13.5.1914) vom Oxford University AC zum Einsatz, der auch ein Kricket-Internationaler sowie ausgezeichneter Racket- und Golfspieler war. Ein anderer englischer Debütant war William Alfred Spouncer (1877-31.8.1962), der Linksaußen vom Nottingham Forest FC, der nach 1900 in verschiedenen europäischen Ländern als Trainer fungierte.
Im entscheidenden Match um die Britische Meisterschaft besiegte am 7. April 1900 in Glasgow Schottland die Engländer (4:1). Die SFA mußte einen Tribut an Lord Rosebery zahlen, dem Sport-Peer, der später Prime-Minister wurde. Der Grund: Die Schotten trugen Trikots in den Rosebery's Pferderennsportfarben. Auf englischer Seite spielte als Halbstürmer Geoffrey Plumpton Wilson (21.2.1878-30.7.1934), der auch ein sehr guter Kricketer und Radfahrer war. Sein Bruder Charles spielte im Rugby-Nationalteam.Geoffrey Wilson war wie "G.O." Smith und Verteidiger "Bill" Oakley ein Amateur unter 8 Berufsspielern im englischen Team.
Ernest Needham wurde am 21. Januar 1873 in Whittington Moor bei Chesterfield geboren und spielte für Waverley und Staveley bevor er sich 1891 Sheffield United anschloß. Den "Blades" blieb er bis 1913 treu, als er sich vom aktiven Sport zurückzog. Er war einer der überragenden Half-backs im britischen Fussball, wurde 1898 englischer Meister und danach noch zweimal Pokalsieger. Von 1894 bis 1902 bestritt "Nudger" Needham 16 Länderspiele für England. Aber er war auch ein erstklassiger Kricketer, spielte in dieser Sportart von 1901 bis 1912 für Derbyshire und England und scored 6.375 runs. Der populäre Needham verstarb am 8.März 1936.

Reginald Erskine Foster Foto: IFFHS

Ernest Needham Foro: IFFHS
Editorial Board: Dr.Alfredo Pöge (Deutschland) George Glass (Northern Ireland) Mervyn D.Baker (England) Ian Garland (Wales) Alan Brown (Scotland)
Translator: Dr. Alfredo Pöge (Germany)
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